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Der geschichtliche Hintergrund

„Wie man in Lebensgefahr beten lernt, so lernt man auch in der Hungersnot Brot holen. In dem sonst so kornreichen benachbarten Schwabenland war die Ausfuhr streng verboten, weil sie selbst zu wenig Getreide hatten. In der benachbarten Stadt Konstanz war das Pfund Brot auf 13 Kreuzer gestiegen; alle Hoffnung war verschwunden, dass man bei uns noch Getreide kaufen könnte. 

Wir mussten also an Italien denken, wo der Pass offen und ein grosser Vorrat an Korn vorhanden war, den man auch bezahlen konnte. Allerdings war es weit entfernt, und die Wege waren beschwerlich und unwegsam. 

Da nun immer mehr Not und Mangel herrscht, machten wir uns auf, in Bellinzona Getreide zu kaufen. 
 

So riefen wir am Samstag, den 25. Mai, einige brave und starke Männer zusammen und fragten sie, ob sie sich zumuten würden, als Kornträger etwa 48 bis 50 Stunden lang eine Last von ungefähr 90 schweren Pfund zu tragen. Da sie nun meistens ja antworteten, sie wollen es mit Gottes Hilfe versuchen, so vereinbarten wir mit ihnen 48 Kreuzer Traglohn (=etwa zwei Löhne eines Tagelöhners), woraus sie sich verpflegen mussten; wir aber bezahlten Zölle und Schifflohn.

Die Namen unserer Träger waren folgende: 

Hans Georg Keller, im Spital Hans Jakob Koch, Schreiner Josef Bischof, im Breitenhard Jakob Dünner, im Breitenhard Johannes Reinhardt , Hans Ulrich Keller, Schuhmacher.

Wir verreisten am Montag, den 27. Mai 1771 unter vielen Tränen und Segenswünschen unserer Familien und vielen Nachbarn. Wir gingen morgens um 4 Uhr von hier los und kamen um 9 Uhr in Fischingen an. Im Kloster haben wir um Brot gebeten. Wir haben eine Stunde lang gewartet, sind dann aber kalt abgewiesen worden. 

Wir reisten dann weiter bis zum Hörnli, assen in Fischenthal zu Mittag und kamen abends um sieben Uhr in Rapperswil an. Wir übernachteten gegenüber der Brücke und sind dort gut bewirtet worden. 

Am 28. Morgen reisten wir durch den Kanton Schwyz. In einem Gasthaus auf der Altmatt nahmen wir das Frühstück ein. Mittags um 1 Uhr passierten wir den Kanton Schwyz, und nach einer halben Stunde kamen wir in Brunnen an, wo wir ein Schiff mieteten. Wir mussten dem Kapitän 48 Kreuzer bezahlen. 

Als wir eine Weile auf dem See waren, zeigte uns der Schiffsmann die Tellsplatte, auf die damals Wilhelm Tell gesprungen war und so vor dem Gessler fliehen konnte. Von dort mussten wir noch 2 1⁄2 Stunden fahren und landeten dann in Flüelen. Darauf liefen wir eine Viertelstunde durch den wunderschönen Ort Altdorf. Am Abend gingen wir nach Amsteg weiter.
Morgens stiegen wir unter Gebet und Seufzen den hohen Gotthardpass hinauf und gelangten nach 3 Stunden ins Dorf Wassen, wo wir gerne gegessen hätten.

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Aber es hatte kaum mehr Nahrungsmittel, und die waren sehr teuer. 

Wir überquerten die Teufelsbrücke und sahen, dass dort viele Kreuze standen. Das heisst, dass dort viele Leute von Lawinen und Steinen erschlagen worden waren.

Dann kamen wir in das schöne und angenehme Urserental, welches so reizend und entzückend ist, dass wir es nicht genug bewundern konnten. In Urseren konnten wir kein Brot bekommen; doch eine halbe Stunde weg, im Dorf Hospital, bekamen wir in der Mühle billiges Brot. Etwa 15 Minuten stiegen wir den Berg hinauf, wo wir eine schöne Quelle mit frischem Wasser fanden. Wir setzten uns an die Quelle und stillten den Hunger und den Durst. 

Wir stiegen den Berg weiter hinauf. Wir sahen nichts anderes als Berge mit viel Schnee, fürchterliche Steinfelsen und schimmernde Eisgletscher. 

Endlich ungefähr um 3 Uhr kamen wir zuoberst auf dem Gotthardpass beim Kloster und dem Warenhaus an. Die nahen umliegenden Berge versperrten uns die Aussicht. Und so hoch oben hatte es auch Nebel und Wolken, die uns ebenfalls die Sicht versperrten. 

Nachdem wir alle vom Wasser aus dem Brunnen getrunken hatten, welches so kalt war, dass es fast nicht auszuhalten war, gingen wir etwa 200 bis 300 Schritte bis zu dem Haus, wo wir eine grosse Menge Früchte auf oder unter dem Schnee liegen sahen, was uns sehr erstaunte. Wir ruhten dort ein wenig aus und aus fragten uns, was der Wein auf einem so hohen Berg wohl kosten würde. Für ein Glas Wein mussten wir vier Schillinge bezahlen. Dann stiegen wir hinunter gegen die Leventina. 

Nachdem wir in Airolo vorbeigekommen waren, kamen wir nach etwa 1 1⁄2 Stunden in einem Dorf an, wo wir alle wegen grosser Hitze und Durst bei einem Brunnen Wasser tranken. Dort näherte sich uns ein alter Mann und gab uns in seiner Sprache zu verstehen, dass dieses Wasser für Reisende ungesund sei. Er brach uns eine Bränte voll Schotte, oder wie sie die Bergleute nennen, Saufe, welche wir gerne tranken und den Mann dafür bezahlen wollten; er war aber so höflich, dass er nichts annehmen wollten; er wünschte uns Glück und Segen auf die Reise, wofür wir ihm dankten. 

Endlich, abends um 9 Uhr, kamen wir bei der Zollbrücke an, wo ein Zöllner vom Kanton Uri arbeitete; als wir dort um Nachtherberge fragten, wurde sie uns abgeschlagen mit der Begründung, es könnten unmöglich mehrere Leute gleichzeitig hier übernachten. Als wir aber sagten, wir seien Fremdlinge, die den Weg nicht kennen und nun die Nacht komme, so gab uns der Wirt Quartier, auch wenn schon viele Gäste da waren. Hier mussten wir für jede Person 2 Kreuzer Zoll zahlen. 

 

Am frühen Morgen reisten wir weiter, auf gefährlichen und unsicheren Wegen. Nach zwei Stunden erblickten wir 15 aufgesteckte Kreuze, wo früher durchreisende Personen ermordet wurden. Es ist leicht zu verstehen, dass uns bei deren Anblick der Schreck in die Glieder fuhr. 

Wir kamen endlich um 9 Uhr in Linth in der Leventina an. Dort hätten wir gerne gefrühstückt, aber niemand wollte uns etwas geben, weil wir ihre Sprache und sie unsere nicht verstanden. Zuletzt kam ein Mann, der Deutsch redete, und fragte uns, woher wir kämen und was wir wollten. Wir erklärten ihm unser Anliegen, dass wir hungrig und durstig seien und wir gerne etwas trinken würden. Hierauf sagte der Mann, wir sollen mit ihm kommen, er wolle uns zeigen, wo wir gutes Brot und Wein bekämen.
Er führte uns in ein Haus, in welchem wir nur zwei alte Weiber sahen. Ihr Anblick verdarb uns fast den Appetit, denn sie waren so schmutzig und hässlich. Ihre Kleider waren überall zerrissen; nichtsdestoweniger war der Hunger bei uns allen der beste Koch. Die Weiber stellten uns Brot und guten Wein vor, und wir mussten gestehen, dass wir auf unserer ganzen Reise nirgends vortrefflicher bewirtet worden waren. 

Nachdem wir satt geworden und bezahlt hatten, begaben wir uns wieder auf die Strasse und marschierten ungefähr 4 Stunden nach Bellinzona. Dort angekommen, trafen wir zum Glück einen ehrlichen, freundlichen und lieben Wirt in der Herberge „zur Schlange“. Er nahm uns liebreich auf und sprach sogar so gut Deutsch wie seine eigene Muttersprache. Er bewirtete uns zu unserm grössten Vergnügen, und wir waren froh, dass wir eine so gute Herberge gefunden hatten. 

Er nannte uns einen Kaufmann, der Tücher und Körner verkaufte, namens Peter Bussny. Wir gingen zu ihm; es war der 31. Mai. Er beherrschte die deutsche Sprache gut und wir handelten mit ihm aus, dass wir pro Sack Korn 54 Franken zahlen mussten. Ein Kilo machte dann etwa 7 Franken. Nach diesem Mass wird hier das Korn verkauft. 

Als wir nun fertig gepackt hatten, assen wir noch zu Mittag und bezahlten den Zoll. Um zwölf Uhr machten wir uns auf den Rückweg. 

Am selben Abend kamen wir in Camj in Graubünden an. Dort wollten wir auch noch übernachten aber, weil wir so spät ankamen, wollte uns niemand mehr aufnehmen – bis sich dann noch ein Mann unser erbarmte.
Als wir nach dem Nachtessen schlafen gehen wollten, führte er uns ausser Hauses zu einem alten zerfallenen Gebäude, welches wie ein altes Gefängnis aussah. Dort mussten wir auf dem harten Boden schlafen; es hatte keinen einzigen Strohhalm. Trotzdem schliefen wir tief, bis der Tag anbrach. 

 

Am Morgen um 3 Uhr begaben wir uns auf den Weitermarsch auf einen Weg, an dessen rechter Seite der Fluss Moesa vorbeifliesst. Zur linken stand ein ungeheuer hoher Berg, welcher bis halb hinauf mit Kastanienbäumen bewachsen war. Hier kamen wir innerhalb von zwei Stunden bei mehr als 5‘000 Schafen vorbei, die aus Mailand gekommen waren und von ihren Eigentümern in die Bündner Berge und Alpen getrieben wurden, um dort zu weiden. 

Nachdem wir an diesem 1. Juni ungefähr zwei Stunden marschiert waren, hätten wir gerne gefrühstückt. Wir kamen an einen Ort mit dem Namen Lothstal. Einer von uns ist vorausgegangen, um zu sehen, wo es etwas zu essen gäbe. Zum Glück traf er einen jungen Menschen an, der deutsch redete, und fragte, was wir wollten. Wir sagten, wir möchten frühstücken. So gingen wir zu ihm und klopften an seinem Haus, wo eine weibliche zerrissene und zerlumpte Person wohnte, dass man glauben konnte, sie sei in dieser Nacht Räubern und Mördern in die Hände gefallen. Sie fragte, was wir wollten. Der Dolmetscher sagte es ihr, dann lief sie los und brachte eine Flasche Wein, mit Wasser gemischt. 

Nachdem wir bezahlt hatten, gingen wir weiter und stiegen den San Bernardino-Pass hinauf. Mittags kamen wir in den Flecken Mondsac und spiesen dort. In der Nähe sieht man die Überreste des zerfallenen Schlosses des Grafen von Misox. Wir marschierten 3 1⁄2 Stunden den Berg hinauf bis nach San Bernardino. Nachdem wir abends etwa um 4-5 Uhr ziemlich hoch oben waren, zogen sich schwarze dicke Wolken über unseren Köpfen zusammen und es fing an, entsetzlich zu regnen und schneien. Unsere schwer beladenen Träger kamen nur noch sehr langsam voran. Wir waren in einem dichten Wald verloren, dessen Wege durch den tiefen Schnee und den vorhandene Morast fast unbegehbar waren. Der grosse dunkle Wald, die herabstürzenden Wildbäche und das furchtbare Wetter machten uns Angst. Wir waren so nass, als hätte man uns aus dem Wasser gezogen.

Zum Unglück verfehlten unsere vier Kameraden, die etwa eine Stunde im Voraus waren, den richtigen Weg. So kamen wir bei anbrechender Nacht auf einen einsamen Hügel, wo wir keinen Weg mehr fanden; ein entsetzlicher Nordwind durchstrich diese Höhen, so dass wir glaubten, das Blut würde in unsern Adern gefrieren. Es wurde total dunkel, rauschende Wildwasser stürzten nebenan in die Schlucht, und wir standen in Gefahr, durch den kleinsten Fehltritt in ungeheure Tiefe zu stürzen. Wir merkten, dass wir den richtigen Weg verfehlt hatten. Die grimmige Kälte erlaubte uns nicht einmal, das Nachtlager aufzustellen; die finstere Nacht verdunkelte uns den Rückweg; wir hatten bald alle Hoffnung verloren, mit dem Leben davonzukommen, legten uns nieder und seufzen zu Gott. 

So entschlossen sich zwei von uns, den Weg zu suchen. Endlich kam der Beck zu unserem Trost aus dem kleinen Dorf zurück, weil er uns dort nicht gefunden hatte, und sich dachte, wir hätten wohl den rechten Weg verfehlt. Er rief von ferne, und wir antworteten ihm voller Freude; denn sobald wir in hörten, fassten wir neue Hoffnung. Wir eilten ihm also entgegen und kamen nach einer halben Stunde in das kleine Dorf San Bernhardino, wo wir nach langem Suchen in einem Wirtshaus beherbergt wurden. Da dankten wir dem lieben Gott für unsere Errettung aus der Not und das glückliche Zusammentreffen.

Dann hatten wir noch eine Stunde Weg bis auf die Höhe des San Bernhadino-Passes; dort war es so kalt, dass unsere Träger fast erfroren, keiner hätte sich getraut, nur eine Minute stehen zu bleiben, so fürchterlich durchzog der Nordwind diese Höhe. 

Doch zu unserem Glück kamen wir mit Gottes Hilfe nach vielen Gefahren im Dorf Hinterrhein glücklich an. Diese wilde und raue Strecke von San Bernhadino bis nach Hinterrhein betrug etwa vier Stunden. Auf dieser Strecke hat es kein einziges Haus oder Baum, nur kleines Gestrüpp, sonst sieht man nichts als ewigen Schnee. Im Dorf Hinterrhein übernachteten wir. Wir sind gut bewirtet worden, aber wir hatten ein schlechtes Nachtlager. Wir mussten auf einem Heuboden schlafen, wo es sehr kalt war wegen dem Durchzug. 

 

Ungefähr eine Stunde nach diesem Dorf kamen wir zum Rhein, der in der Nähe entspringt. Am 3. Juni morgens früh, nachdem wir unsere Rechnung bezahlt hatten, begaben wir uns auf die Strasse, durch das sogenannte Rheintal oder Rheinwald. Als wir nach zwei Stunden in Splügen angekommen waren, sahen wir eine grosse Menge Menschen beiderlei Geschlechts. Denn an diesem Ort kamen die zwei Pässe von Bellinzona und Chiavenna zusammen; es war erstaunlich, wie viel Frucht hier ab- und aufgeladen wurde. 

Von da gingen wir weiter bis Sufers. Dort assen wir zu Mittag und wanderten durch das Schanfigg und kamen abends um 8 Uhr in Zillis glücklich an. Wir blieben über Nacht im Gasthof zu den drei Königen. Morgens machten wir uns zeitlich durch ungeheure Felsen hindurch fort. Im Städtlein Thusis assen wir zu Mittag; an diesem Ort ergiesst sich die Albula in den Hinterrhein. 

Von da marschierten wir bis zum Freisitz Reichenau, wo wir übernachteten. Hier fliesst der Vorderrhein vorbei und man fängt man an, auf dem Fluss Sachen zu flössen, vor allem Holz. 

 

Wir reisten um 5 Uhr morgens von dort ab und kamen um 9 Uhr in der Stadt Chur an. Dort ging unser Beck zu der Stadtregierung, um die Erlaubnis einzuholen, unsere Fracht den Rhein hinunter flössen zu lassen. Diese Bitte wurde uns abgeschlagen. Es müsse alle Fracht auf der Achsel aus dem Land getragen werden, weil in letzter Zeit viele Fracht nachts heimlich den Rhein hinuntergeflösst und nicht verzollt worden sei. 

Als da nichts zu machen war, besichtigten wir die Stadt, besonders aber das Kornhaus, samt der grossen Menge Frucht, die sich darin befand. Danach assen wir im Gasthaus zum Schwert zu Mittag, und als wir nach dem Zoll fragten, bekamen wir die Antwort, er sei uns für diesesmal geschenkt. 

Wir setzten also unsre Reise weiter fort gegen den schönen Flecken Zizerz; Ungefähr eine Viertelstunde unterhalb dieses Orts sahen wir einen schönen Weg vor uns über eine grosse Weide. Darauf wanderten wir anfänglich mit Lust; als wir aber in die Mitte kamen, war er so sumpfig, dass wir fast alle im Schlamm bis zur Hüfte einsanken. Da mussten die vordersten Träger stehen bleiben, bis die hinteren ihre Last abgeladen und die Eingesunkenen mit viel Mühen herausgezogen hatten; dieser Sumpf war von dem schon vier Tage lang angehaltenen Regenwetter verursacht worden. 

Endlich bald darauf langten wir bei der ersten Zollbrücke bei Landquart an, wo jede Person einen Blutzger (Batzen) bezahlen musste. In einer Viertelstunde kamen wir zur zweiten Zollbrücke des Bündnerlandes, wo jede Person 4 Blutzger bezahlen musste. Deshalb nahmen wir Nachtherberge, bekamen aber für unser Geld schlechten Wein und Brot. Wir mussten auf dem harten Boden ohne Stroh liegen; die Betten waren da unsichtbar; man wollte uns nicht einmal den Ofen anfeuern, auch wenn wir das bezahlt hätten.

 

Als nun endlich der Tag angebrochen war, reisten wir am 6. Juni weiter und nahmen aber erst in Bad Ragaz unser Frühstück ein. Abends kamen wir in Werdenberg an und wollten ins Gasthaus Kreuz. Die Wirtin war aber so unfreundlich zu uns, dass unsere Träger gleich Streit mit ihr bekamen. Wir mussten uns also anderswo umsehen. Endlich kamen wir zu einem Bäcker, der hatte weder Mehl noch Säcke; er versprach uns Herberge. Als wir aber fragten, ob wir Speise und Trank bekämen, so war nichts vorhanden, und wir mussten noch weiter schauen. In der Nähe fanden wir einen andern Bäcker, der aber nicht zu Hause war. Dessen Frau nahm uns aus Mitleid auf; sie versah uns wohl mit Speis und Trank. Zweien von uns gab sie ihr bestes Bett, die anderen aber mussten auf dem Heu vorliebnehmen. 

 

Am 7. Juni reisten wir nach Rheineck und gingen in die Herberge zur Krone. Eine Stunde später sagte die Wirtin, sie könne uns nicht behalten. Dann haben gesagt, dass wir auch im Stall oder im Stroh schlafen würden oder sogar auf dem harten Boden. Weil sie das auch nicht wollte, so sagten wir unseren Trägern, sie sollen die Säcke hinaustragen, wir wollten lieber draussen schlafen als im Haus eines bösen Weibes. Da liess sie uns auf dem Heuboden schlafen. 

 

Am 8. Juni reisten wir nach Staad, wo unsere Träger sehr matt und müde wurden und fast nicht mehr gehen konnten; daher mieteten wir ein Schiff und fuhren damit bis nach Kreuzlingen, wofür wir vier Kreuzer bezahlen mussten.
Vom Kreuzlingen aus setzten wir unseren Weg fort Richtung Schwaderloh, wo wir das letzte Mahl einkehrten; und endlich nachts um 10 Uhr kamen wir glücklich in Weinfelden an, wo uns die lieben Familien mit Freuden empfingen. 

 

Aber dem König der Ewigkeit, dem unsterblichen, unsichtbaren, dem allein weisen Gott, sei für seine gnädige Beschützung und Erhaltung, Lob, Preis, Ehr und Dank gesagt, jetzt und in Ewigkeit! Amen. 

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